Leserbrief Steuergelder für Kultur ?
In Senden gibt es sehr viele Menschen, die erkannt haben, welch hohen Wert Schloss Senden für die jetzige und zukünftige Bürgerschaft in sich birgt. Eine Reihe von ihnen haben sich zu einer Initiative zusammengetan, um die Möglichkeiten herauszufinden, wie dieser Wert erschlossen werden kann. Sie haben sich im Lauf der vergangenen Jahre im Bundesgebiet viele vergleichbare Projekte angesehen, haben Beratungsgespräche mit deren Betreibern geführt, haben ungezählte Kontakte geknüpft zu infragekommenden Landes- und Kreisbehörden, zu Sachverständigen von Bau- und Denkmalschutzämtern und haben sich im Stiftungswesen kundig gemacht. Überall haben sie Ermutigung erfahren und wissen nun, dass eine Rettung und Wiederbelebung des Schlosses realisierbar ist - vorausgesetzt, es wechselt aus dem privaten in den Besitz der Öffentlichen Hand.
Die Initiative ist sich absolut einig mit der aus Kreisen der CDU diesen Monat verlautbarten Meinung, dass „Träumern und Erbauern von Luftschlössern.... eine klare Absage erteilt werden“ muss. Für Luftschlösser ist auch den FreundInnen des Schlosses Senden ihr (Steuer)geld zu schade.
Für das aber, was ein Schloss voller Leben dem Ort Senden und seinen Menschen an Wertzuwachs bringen würde, wäre es ihnen nicht leid um dieses Geld.
Sicher wird niemand behaupten wollen, den Herren (wo bleiben eigentlich die Damen?), die sich in besagtem BLICKPUNKT und in jüngster Zeit in Leserbriefen geäußert haben, gehe die Phantasie ab, sich das wiederbelebte Schloss als „Leuchtturm“ für Senden und seine Umgebung vorzustellen. Aber wenn sie sich ernsthaft und vor allem unvoreingenommen mit dem Thema Schloss Senden und den Vorstellungen der Initiative befasst hätten oder befassen würden, sähen auch sie die ungeheure Chance, aus Senden einen Ort der Kultur zu machen, auf den seine BürgerInnen stolz sind und der auswärtige BesucherInnen anzieht. (So würde eine Wiederbelebung des Schlosses auch zu einer Bereicherung Sendens führen.) Und ihnen, den o.g. Herren, wäre es zu schlicht, immer wieder mit einunddemselben Gegenargument „zu großes finanzielles Risiko“ zu kommen. Und sie würden auch nicht so laut auf das Ergebnis der WN-Meinungsumfrage im Internet verweisen, weil doch sicher auch ihnen bekannt ist, auf welch fragwürdige Weise es zustandegekommen sein kann.
Die „Träumer“, die für „Luftschlösser“ das knappe Geld der Steuerzahler aus dem Fenster werfen wollen, haben jedenfalls eines getan: Sie haben jahrelang (ihr!) Geld und ihre Freizeit geopfert, um die Möglichkeiten zu erforschen, das Sendener Schloss dem Ort und seinen Menschen zu erhalten. Mit andern Worten: Sie haben getan, was eigentlich Aufgabe von Gemeinde und Rat gewesen wäre bzw. noch ist.
Katharina Nitz-Uliczka
Initiative Schloss Senden
(veröffentl. in den WN im Dezember 2011)